5. Sonntag im Jahreskreis, 7. Februar 2016


Das Besondere dieses Segens: In diesem Segen wird uns der Gesundheitswunsch Gottes zugesprochen (Segen = Benediktion: benedicere, lateinisch: Gutes sagen) – und zwar ganz persönlich. Du bist gemeint. Dein Heil liegt mir am Herzen. Das Wort der Zuneigung Gottes geht nicht über unsere Köpfe hinweg; dieser Segen gilt nicht urbi et orbi, er nimmt jeden Einzelnen ernst: unsere Halsschmerzen und unser kränkelndes Innenleben. Mir wird ein gutes Wort zugesagt – Gott wünscht mir ganz persönlich mit Leib und Seele Heil und Segen.

Auf die Fürbitte des Hl. Blasius, den die Kirche zu den 14 Nothelfern zählt und der wohl im Jahr 316 seines Glaubens wegen umgebracht wurde. Noch im Gefängnis von einer Mutter für ihr lebensgefährlich bedrohtes Kind angerufen, beendet die Segensfürbitte des todgeweihten Bischofs den Erstickungsanfall des Kleinen – so die Legende.

 

Wir halten unseren Hals und unseren Mund ins warme Licht zweier Lichtmesskerzen. Wir werden erleuchtet, ein wenig gewärmt – so wie ein erkälteter Hals Wärme braucht. Der Hals möge frei sein. Ich will tief durchatmen können, befreit von all dem, was einem die Kehle zuschnürt und die Sprache verschlägt.

Wo einer dem anderen Böses an den Hals wünscht – wo einem so manches wie ein Brocken im Hals stecken bleibt und das entscheidende Wort nicht heraus will – wo Menschen zu ersticken drohen in der Einsamkeit, im Lärm, in der Coolness dieses Zeitalters – wo Menschen im unbarmherzigen Ausscheidungswettkampf unserer Tage die Puste ausgeht, da bitten wir: Herr, befreie uns – auf die Fürbitte des hl. Blasius. Wir werden gesegnet, damit der Hals frei wird von all dem, was wir jeden Tag schlucken müssen an Lärm, Zerstreuung und Ärger.

Geradezu ein Breitbandspektrum an Heilsamen möge dieser Segen in uns freisetzen!

Herzliche Sonntagsgrüße
Josef Nüttgens, Pfr. i. R.

Lied des Monats Januar

GL 833

„Herr, gib uns die Einheit wieder“